Interview mit Peter Kowalsky

Interview mit Peter Kowalsky

Peter Kowalsky sagt er habe großes Durchhaltevermögen. Große Nutzung des Konjunktives ist hier allerdings nicht nötig, denn sowohl Persönlichkeitstest als auch Biografie bestätigen diese Eigenschaft zu 100%.

„Jeder denkt er könne ein Produkt erfolgreich machen und das ist auch gut so, ansonsten würde es ja niemand probieren. Wir damals auch nicht.“ Lässt der Bionade-Gründer durchblicken und verweist auf den harten Weg, den er mit seinem Familienunternehmen zurückgelegt hat. Dass es sich um echte familiäre Verhältnisse dreht wird klar, als sich Peter Kowalsky zu Beginn des pilgernden Interviews mit Jana Wieduwilt über die Herausforderungen in einem Familiengeschäft mit wenig Geld, aber viel Idealismus und einer riesigen Vision berichtet.

Im Gespräch erzählt er über die harten Jahre beim Aufbau der Bionade-Marke – stets unter hohem finanziellen Druck, über die Natur, die ihm große Kraft schenkt. Er sagt auch, wie es seit der Firmenabgabe 2012 weiterging. Der studierte Lebensmitteltechniker Peter Kowalsky bleibt den Flüssigkeiten treu, könnte man so sagen und produziert mit seinem neuen Business Inju Getränke, die dem Körper das geben was er braucht. Ihm geht es um Natur und Schönheit, die entsteht, wenn man mit sich selbst im Reinem ist. „Inju soll dir dabei helfen, besser zu werden, aber nicht für dein Ego und dem ewigen Selbstoptimierungsdrang, sondern für deinen Körper und deine Seele. Es sei „kein Performer-Getränk“, aber viel mehr ein natürlicher Anreiz, deinen Körper auf den Weg zu bringen in dem Chaos unserer schnelllebigen Welt klarzukommen.

Eine innovative Idee, die Peter da in Berlin vorantreibt und auch mit Jana Wieduwilt im Podcast bespricht. Inspirationen und durchdachte Lebensweisheiten liefert Peter Kowalsky obendrein. Und es gibt Rabatt auf eure Inju-Bestellung: Passwort: Pilgern.

Hört unbedingt mal rein! Es lohnt sich!

Interview mit Lisa-Marie Schöttler

Interview mit Lisa-Marie Schöttler

Lisa-Marie Schöttler ist es besonders wichtig, in ihrem Tempo und Rhythmus zu arbeiten. Der Wunsch nach selbstbestimmtem, nutzenstiftendem Arbeiten ist auch der Grund, dass sie, gemeinsam mit zwei Kollegen ihre eigene Firma, Norwin Consulting gegründet hat.

Viel Verbindendes

Uns verbindet also nicht nur das Unternehmertum sondern noch viel mehr. Ich freue mich sehr, dass sie heute bei mir hier auf dem Halbtagspilgerblog im Interview ist.

Jana Wieduwilt: Liebe Lisa, hol uns bitte kurz ab und in dein Leben hinein. Wo bist du gerade? Woran arbeitest du? Wie geht es dir?

Lisa-Marie Schöttler: Vielen Dank, liebe Jana, dass ich ein wenig von mir und Norwin erzählen darf. Gerade befinde ich mich in unserem Büro in der Leipziger Ringbebauung mit Blick auf die Innenstadt. In diesen Räumen mit ihrer rustikalen Einrichtung atmet man die 50er Jahre und gleichzeitig wächst Leipzig vor der Tür beinahe täglich.

Diesen Kontrast mag ich besonders.

Im Moment arbeite ich an einem Kommunikationstraining für einen Kunden aus der Region. Alle Trainings werden bei uns individuell für die Beteiligten entwickelt, deshalb gibt es noch einiges zu tun.

Jana Wieduwilt: Dein Thema ist die Strategieentwicklung für Unternehmen – vom Mitarbeiter aus gedacht. Das ist ungewöhnlich und zumindest aus traditioneller Unternehmerperspektive auch anstrengend. Ich bin ja auch Unternehmerin und darf mit dem besten Team der Welt zusammenarbeiten. Ich weiß um den Wert von Mitarbeitern. Aber ich provoziere mal ein bisschen: Warum sollten denn alle Unternehmen vom Mitarbeiter her gedacht sein? Ist das nicht – gefährlich für die Produktivität und für die Kostenstrukturen?

Lisa-Marie Schöttler: In diesem Fall frage ich gerne etwas provokant zurück: Welche Kosten produzieren gute Mitarbeiter*innen, die das Unternehmen verlassen? Es stimmt, zunächst einmal kostet die Umstellung meiner Strukturen und Prozesse und nicht zuletzt meiner Unternehmenskultur Zeit und Geld.

Kleine Maßnahmen, die wertschöpfend sind

Aber auch kleine Maßnahmen können schon sehr wertschöpfend sein – für das Unternehmen und das Team. Sinnvolle Feedbackschleifen zum Beispiel. Die kosten Arbeitszeit, bringen aber mehr Bindung zum Unternehmen, bessere Arbeitsergebnisse und eine größere Problemlösungskompetenz und -bereitschaft auf allen Seiten.

Gleiches gilt für die partizipative Strategieentwicklung. Wenn ich als Mitarbeiterin an der Ausarbeitung eines Ziels beteiligt bin, bestimmen kann, wie der Weg dahin aussieht, dann ist es für mich deutlich attraktiver, es auch zu erreichen. Und vor allem bringe ich Wissen und eine Perspektive ein, dass meine Kolleg*innen und vor allem auch die Führungskräfte so nicht haben.

Bestehende Mitarbeiter als Recruiter

Ein Beispiel: Ein Unternehmen sucht Mitarbeiter*innen und möchte sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Wer wäre besser geeignet, die richtigen Argumente für neue Kandidat*innen zu liefern, als die bestehende Mitarbeiterschaft? Und wer findet eher Fehler im Bewerbungsprozess als die Menschen, die ich kürzlich eingestellt habe? In diesem Kontext gilt es, die richtigen Fragen zu stellen. Und die Mitarbeiter*innen in neuen, wirksamen Methoden zu trainieren, um ihr Wissen konsequent nutzbar zu machen.

Jana Wieduwilt: Du kennst ja unser Modell des ortsunabhängigen und sehr selbstbestimmten Arbeitens bei meiner Firma Wieduwilt Kommunikation. Ich darf jeden Tag das machen, was ich am liebsten tue mit Mitarbeitern, die das Reisen und Ideenentwickeln so sehr lieben, wie ich. Was hältst du als Expertin für agiles Projektmanagement von der Idee des Halbtagspilgerns? Wäre das ein Modell, das für dich als Strategieexpertin Zukunft hat?

Lisa-Marie Schöttler: So wie du mir das Modell des Halbtagspilgerns geschildert hast, klingt es für mich nach Performance durch Balance – einem unserer Kernthemen. Das bedeutet: Ich lebe bewusst, mache neue Erfahrungen und bleibe täglich im Gleichgewicht. Dass man nur wenige Stunden am Tag wirklich konzentriert arbeiten kann, ist gemeinhin bekannt.

In vielen Branchen wäre das Halbtagspilgern daher für mich bereits ein Gegenwartsmodell, das umgesetzt werden sollte.

In Agenturen, Beratungen, insbesondere im kreativen Umfeld. Aber auch in anderen Bereichen hat es Potenzial, wenn wir uns anschauen, wie sich der Arbeitsmarkt voraussichtlich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Jobsharing ist schon lange ein Thema und wird meines Erachtens auch weiter wachsen.

Selbstorganisation im agilen Arbeiten ist nicht nur eine Frage der Strukturen und Prozesse, sondern vor allem der Haltung.

Was verstehen wir unter Wertschöpfung? Leiste ich auch einen Beitrag, indem ich mich weiterbilde, meinen Horizont erweitere, etc.? Das wird langfristig nicht nur im Kleinen ein Thema für jedes Unternehmen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft sein. Agiles Arbeiten bedeutet, sich selbst zu organisieren, die Problemlösungskompetenz allein und im Team zu erhöhen und nicht zuletzt Ergebnisse zu reflektieren, um sich stetig zu verbessern.

Akkustand prüfen und Pausen selbstbestimmt machen

Dazu gehört auch, dass ich meine Pausen einhalte und meinen Akkustand selbstbestimmt im Blick behalte. Das geht mit deinem Ansatz quasi Hand in Hand.

Jana Wieduwilt: Verrate uns doch gerne: Wie sieht deine Routine aus, die dich jeden Tag Kraft schöpfen und in Balance bleiben lässt? Gehst du auch Pilgern, so wie ich? Oder machst du was ganz anderes?

Lisa-Marie Schöttler: Bewegung, ob in der Schwimmhalle, beim Wandern oder Yoga, ist für mich definitiv ein wichtiger Faktor, um zufrieden und körperlich wie geistig gesund zu bleiben.

Dankbarkeit

Außerdem verwende ich ein Dankbarkeitstagebuch, in dem ich täglich notiere, welche drei Dinge für mich besonders kostbar waren. Dankbarkeit macht glücklich und sorgt dafür, dass mir winzige Begebenheiten viel nachdrücklicher im Gedächtnis bleiben. Es mag kitschig klingen, aber wenn ich mich über ein gutes Gespräch in der Mittagspause von Herzen freuen kann, ist das in meinen Augen der Inbegriff von Glück.

Jana Wieduwilt: Welchen Tipp hast du für meine Halbtagspilger-Leser, wenn sie sich von den Aufgaben und dem Arbeitsalltag „erschlagen“ fühlen. Hast du ein Geheimrezept, das schnell und wirksam ist?

Lisa-Marie Schöttler: Täglich treffe ich dank Norwin auf unterschiedlichste Menschen.

Sie alle haben allerdings eines gemeinsam: Ruhe, Entpannung und Durchatmen verschieben sie gerne auf morgen, während Kundenprojekte und berufliche Ziele nur selten warten können.

Tipps vom Profi

Der vorhin erwähnte Akkustand ist eine Möglichkeit, um sich auf sich und seine Bedürfnisse zu fokussieren. Dazu stelle ich mir drei Fragen: Wie ist mein Akkustand jetzt gerade? Welchen Akkustand möchte ich gerne morgen um diese Uhrzeit haben? Was mache ich ganz konkret in den nächsten 24 Stunden für mich, um das zu erreichen? Die Maßnahmen können noch so klein sein, ich behandle sie wie jede andere Aufgabe in meinem (Arbeits-)Alltag und überprüfe am nächsten Tag, ob ich mich wirklich darum gekümmert habe. Auf diese Weise ist Selbstfürsorge plötzlich keine Nebensache mehr.

Foto: Sven Rohloff

Es geht nicht früh genug

Es geht nicht früh genug

Madlen Haß ist einer der ambitioniertesten Menschen, den ich kenne. So viel Herzblut, Engagement und Umsicht habe ich selten, wirklich selten erlebt.

Der Vision gefolgt

Madlen ist ihrer Vision gefolgt und hat eine Schule errichtet, mit einem eigenständigen Konzept, das sowohl die Individualität wie auch die fächerübergreifende Ausbildung von Schülern in den Mittelpunkt stellt. Ihre Schule ist die Georg Heinsius von Mayenburg-Grundschule in Senftenberg-Brieske unter dem Dach der Schlausitz. Das ist ein Ort, an dem Schüler vom ersten Tag an selbstbestimmt, selbstbewusst und in ihrem Tempo allumfassend lernen können.

 

Jana Wieduwilt:

Liebe Madlen Haß, danke, dass ich dich in meinem Blog Halbtagspilgern.de interviewen darf. Schließlich bist du nicht ganz unschuldig daran, dass ich überhaupt pilgern war. Denn du hast mir – damals beim Essen in einem Restaurant bei unserem „Mädels-Abend“ einen Schubs gegeben und mir gesagt, dass ich endlich Pilgern gehen soll.

Das war genau der richtige Impuls zur richtigen Zeit. Vielen Dank.

Ich habe auf meinem Weg Achtsamkeit und Selbsterkenntnis viel ausprobiert und bin viele Umwege gegangen, die ich nicht hätte gehen müssen. Wenn ich schon früh gelernt hätte, welche Methoden und Werkzeuge es gibt, um mich selbst im Gleichgewicht von An- und Entspannung zu halten, wären sie mir erspart geblieben. Was genau ist denn deine Intention, Achtsamkeitstraining für deine Schüler anzubieten?

Madlen Haß:

Kinder haben eine offene, neugierige Grundhaltung. In ihrem turbulenten Alltag ist ein bewusster, achtsamer Umgang mit sich selbst und anderen die Basis fürs Glücklichsein.

Emotionale Intelligenz als Basis für das Lebensglück

Diese sogenannte emotionale Intelligenz wird zukünftig immer stärker eine Rolle spielen. Mit unseren Übungen sollen die Kinder einen Materialkoffer erhalten, um mit Hektik, Stress, Leistungsdruck und dem immer schneller werdenden Lebenstempo umzugehen und somit Sorge für ihre seelische Gesundheit zu tragen.

Mentaltraining für Gehirnleistung

Die Integration von Mentaltraining in unseren Schulalltag soll dazu beitragen, die Kreativität, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit von unseren Schülern zu steigern. Zudem werden Konzentrationsstörungen oder Lernstörungssymptome korrigiert und stattdessen die Gehirnleistung angeregt.

Jana Wieduwilt:

Und wie geht das genau? Welche Fächer beinhalten Achtsamkeit und wie setzt du sie um?

Madlen Haß:

Über Konzentrationsübungen, Entspannungsgeschichten, Fantasiereisen, einfache Atemübungen oder Entspannungsübungen für die Augen nach z.B. einer Lernwerkstatt am Laptop, die in alle Fächer mit eingebunden werden.

Schulfach Lebensart

Zusätzlich gibt es noch das von uns selbstentwickelte Unterrichtsfach Lebensart. Das Lernziel hier heißt „Kinder stark machen“, durch persönliche Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung und soziale Verantwortung.

Lerninhalte sind vielfältig

Lerninhalte reichen von Körper- und Bewegungserfahrungen über Konzentrations- und Kommunikationsübungen mit Streitschlichtungsprogramm bis zur Selbstfindung. Mit dem Fach wollen wir zudem der Tatsache Rechnung tragen, dass auch Familien als soziale Netzwerke nicht mehr durchgehend in der Lage sind, grundlegende Normen und Verhaltensweisen sowie Konventionen als Grundlage für ein erfolgreiches und zufriedenes Leben zu vermitteln.

Erlebnisorientierte Projekte

Das Fach vermittelt unterm Strich Lebensfreude, Lebenskompetenz und fördert die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. Der Unterricht ist größtenteils in erlebnisorientierten Projekten gestaltet und fußt auf dem Prinzip der Selbsterfahrung.

Jana Wieduwilt:

Du hast ja dieses besondere Schulkonzept, das ich so sehr bewundere. Bei dir wäre ich richtig gerne zur Schule gegangen. Was genau macht den euer Konzept, das ihr unter dem Dach der Schlausitz anbietet, aus deiner Sicht so besonders, gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel?

Madlen Haß:

Ich habe mal gelesen: „Wir müssen aufhören, die Kinder wie Fässer zu betrachten, die wir mit Wissen füllen. Wir müssen ihnen die Fackel der Erkenntnis zünden, damit sie sich in einem Leben vollen Anforderungen zurecht finden.“

Bei uns ist es gerade das individuelle Lernen und Leben in der Schule.

Vom Karate,- Tanz-Theater-, Computerunterricht bis zu den klassischen Fächern gestalten wir einen modernen Unterricht in dem der Schüler im Vordergrund steht. Die Kinder erlernen selbständiges forschend und entdeckendes Lernen über Tages-, Wochen,- oder Epochenpläne.

Projekte und Lernwerkstätten

Viele Projekte oder Lernwerkstätten unterstützen das eigenständige Denken und das praxisnahe Arbeiten in der Verknüpfung mit den theoretischen Kenntnissen. Aber auch mit Teamarbeit, dem Umgang mit modernen Medien und natürlich mit Methoden des Präsentierens breiten wir die Schüler auf ein unternehmerisch denkendes und handelndes Leben vor mit Freude zum lebenslangen Lernen.

Jana Wieduwilt:

Madlen, ich kenne dich als unerschütterlich positiven Menschen. Wie entspannst du selbst? Gehst du pilgern? Was tust du, neben deinen zwei Firmen, die du managst, neben Kind, Mann und Familie, um in deiner Balance zu bleiben?

Madlen Haß:

Viele Dinge entspannen mich: z.B. Lesen, gekonnt nichts tun und den Gedanken freien Lauf lassen, ein gutes Glas Rotwein, Treffen und Gespräche mit Freunden oder Familie , Wellness, Reisen und die Welt anschauen.

Bewegung im Alltag

Zweimal die Woche versuche ich mit meinem Sohn ins Gesundheitsstudio zu gehen. Ich habe es gleich im Kalender festgehalten, damit meine Sekretärin mir nicht einen Termin reinlegt. Regelmäßige Bewegung fördert auch den Tiefschlaf. 😉 Ich versuche auch die regelmäßige Bewegung in den Alltag mit einzubauen, das fängt bei morgendlichen Übungen beim Zähneputzen an und geht bei abwechselnd stehenden und sitzenden Arbeiten weiter.

Neue Gewohnheitsschleifen einschleifen

Wichtig ist, dass die Gewohnheitsschleife unterbrochen ist und eine neue Routine entstanden ist (Aus der Hirnforschung wissen wir, je häufiger eine neue Tätigkeit ausgeübt wird, desto selbstverständlicher für unser Gehirn- man spricht von ungefähr 20 Tagen, bis es zur Gewohnheit wird)

Auch die Aktivitäten bei Tageslicht tun mir gut, deshalb essen wir unser Frühstück und auch das Abendbrot möglichst immer mit meinem Sohnemann auf der Terrasse.

Viel Wasser und Ingwer

Für meine Balance und Gesundheit trinke ich viel Wasser, das gute Zellverfügbare 😉 morgens mit einem Spritzer Zitrone, sonst pur. Auf meinem Schreibtisch steht immer eine gefüllte Karaffe – so diszipliniere ich mich. Abends vor dem Zubettgehen nehme ich immer eine kartoffelgroße Menge geriebenen Ingwer gemeinsam mit einer warmen Tasse Milch zu mir.

Bessere Planung

Zudem habe ich gelernt meinen Alltag besser zu planen und schaffe so meine persönliche Ausgeglichenheit-denn durch meine tägliche To do Liste habe ich die Sicherheit nichts zu vergessen und strukturiert zu arbeiten.

Jana Wieduwilt:

Welche Tipps hast du für die Leser meines Halbtagspilgern-Blogs, die vielleicht überlegen, mehr in die Eigenständigkeit zu gehen, Unternehmer zu werden? Was sollten sie unbedingt beachten?

Madlen Haß:

Sie sollten an erster Stelle überlegen, was ihnen wichtig ist. Der Psychologe Nossrat Peseschkian benannte 4 Bereiche die im Einklang seien müssen, damit man ausgeglichen ist.

1. Arbeit und Beruf

2. Sinn und Kultur

3. Körper und Gesundheit

5. Familie und Beziehung

Wissen, welche Ziele

Das Wissen, welche Ziele und Wünsche man in den unterschiedlichen Lebensbereichen hat ist eine Voraussetzung (Was ist mir wichtig?, Wann ist für mich das Leben erfüllt?, Was muss ich tun, um auch morgen noch ein glückliches Leben zu führen?)

Das Tolle an der Selbständigkeit ist, dass man eigene Entscheidungen treffen kann, selbstbestimmt arbeiten kann. Man ist unabhängig und so Familie, Kinder gut mit unter einen Hut bekommt. Deshalb entstand bei mir als späte Mutter dann auch die Vision von einem modernen eigenen Kindergarten und einer Schule.

Meine Motivation als Selbständiger ist eine andere: Kein notwendiges Übel, sondern ich habe mir diesen Job selbst gewählt – das befriedigt und führt in meinen Augen zu höherer Motivation.

Neben der zeitlichen Flexibilität, die Unternehmerdasein mit sich bringt, ist natürlich auch noch die finanzielle Unabhängigkeit ein Argument. Man sorgt selbst, dass das Unternehmen bestehen bleibt und somit für seinen Arbeitsplatz.

Wichtig ist es auch sich immer wieder neu zu hinterfragen – seine Interessen, Ziele, auch mit dem Blick auf Krisensituationen.

Ich erkläre meinem Sohn immer, das Leben und auch die Selbständigkeit ist wie eine Achterbahn nach jedem „angstvollem“ Tief kommt immer wieder ein „juchzendes“ Hoch.

Jana Wieduwilt:

Wohin geht dein nächster Pilgertrip? Magst du das verraten?

Madlen Haß:

Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel. Wer pilgert unternimmt eine Reise zu einem besonderen Ort an dem man den Alltag vergessen und neue Impulse sammeln kann.

Ich möchte noch viele dieser Orte sehen.

Dieses Mal geht es nach Ostafrika. Mein Sohn möchte die Big 5 leibhaftig, in ihrer natürlichen Umgebung erleben und mein Mann freut sich einmal gechillt den Kilemanjaro von der anderen Seite zu bestaunen, denn er hat ihn schon vor Jahren selbst bestiegen. 😉

Sie macht es einfach. Jetzt. Yvonne Simon im Interview.

Sie macht es einfach. Jetzt. Yvonne Simon im Interview.

Warum es manchmal eine schmerzhafte Zäsur braucht und was du daraus machen kannst.

Yvonne ist eine Macherin. Aus Leipzig, wobei die Herkunft nicht so viel mit Machen zu tun hat, aber wichtig ist, wenn man verstehen will, warum Yvonne macht, was sie macht.

Coach und Lebensmutmacherin

Yvonne Simon ist Coach und Lebensmutmacherin. Du findest ihre Website hier www.yvonne-simon.com Sie hilft Menschen, ins Tun zu kommen. Das tut sie in ihrer ganz eigenen beherzten Art. Uns verbindet die Liebe zum Jakobsweg, zum Wandern in der Natur, zum Reflektieren und zum Schreiben. Ich bin so dankbar, dass ich schon bei ihr im Podcast zu Gast sein durfte. Hört gerne mal rein: Ihr findet den Podcast hier. https://yvonne-simon.com/podcast/

Jana: Hast du schon immer „einfach gemacht“? Magst du deine Geschichte teilen, die dich zu dem gemacht hat, was du bist?

Yvonne: Leider brauchen wir ganz oft eine Zäsur, ein einschneidendes Erlebnis, um das Leben einmal komplett auf den Prüfstand zu stellen. So war das auch bei mir. Vor genau sieben Jahren ist mein Mann gestorben und nach der ersten Schock- und Trauerphase begann ich zu grübeln:

Das alles muss doch irgendeinen Sinn ergeben? Welchen Sinn hat das das alles?

Was ist wirklich wichtig im Leben? Was ist mir wirklich wichtig im Leben!

Und ja – ich habe immer schon „gemacht“. Ich liebe es, zu entscheiden. Eine Entscheidung zu treffen, ist immer der erste Schritt.  Und Hand aufs Herz, wie oft denken wir über den zehnten Schritt nach, den wir natürlich noch nicht kennen können und vergessen dabei, den ersten Schritt zu gehen?

Dabei schiebt sich „dem Gehenden der Weg unter die Füße“.

Ich habe das ganz wörtlich genommen und bin „losgegangen“ – auf den Camino portugues – 330 Kilometer von Porto über Santiago de Compostela bis nach Finisterre ans Meer. Meine Fragen zum Sinn des Lebens habe ich mit auf den Jakobsweg genommen.

Gekündigt nach dem Jakobsweg

Tatsächlich war ich eine Andere, als ich nach drei Wochen in Deutschland wieder aus dem Flieger gestiegen bin, innerlich viel fester und nun auch mutig genug, nach 25 Jahren im Angestelltenverhältnis meinen Arbeitgeber um die Aufhebung meines Arbeitsvertrages zu bitten. Mein neues „Ich“ hatte neue Ziele.

Sich selbst anders gesehen

In den drei Wochen meiner Pilgerreise hatte ich viele Gespräche mit Menschen geführt, die meinen Mut und meine innere Stärke bewundert haben. Eigenschaften, die ich bei mir selbst noch nie so gesehen habe … Ich erkannte tatsächlich erstmals klar und zutiefst berührt, dass ich durch meine Erfahrungen mit der Krebserkrankung meines Mannes, durch das Begleiten seines Sterbens und durch meine Art der Verarbeitung des Erlebten auch Anderen etwas zu geben habe.

Mit sich selbst im Reinen sein als Überlebensstrategie

Die Besinnung auf mich selbst, auf meine eigenen Stärken, die Bedeutung der Tatsache, dass ich lernen konnte, mit mir selbst und meiner Seele im Reinen zu sein und auch das Alleinsein genießen zu können – das waren für mich wichtige Überlebensstrategien. Könnten sie das nicht auch für andere sein?!

Es folgten eine Reihe von Ausbildungen, damit ich auch über die notwendigen Werkzeuge als Coach verfüge. Doch wirklich wichtig ist aus meiner Sicht, dass es mir ein großes Herzensbedürfnis ist, Menschen zu inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen und sie dabei auch zu begleiten. Und so wurde ich mit allen Fasern meines Herzens die „Lebensmutmacherin“.

Jana: Danke Yvonne für deine Offenheit und dein Herzensbedürfnis. Das passt so gut zu dir. Dein Podcast heißt: „Ich mach’s einfach. Jetzt“. Cooler Name. Wie ist er denn entstanden?

Yvonne: Bei einem Seminar hat eine der Teilnehmerinnen erzählt, dass sie sich vor noch nicht so langer Zeit einen ihrer Herzenswünsche erfüllt hat und sich mit einer spannenden Geschäftsidee selbstständig gemacht hat. Und während sie mir davon erzählte, da funkelten ihre Augen und ihre Begeisterung sprang total auf mich über. Bis genau zu dem Moment, an dem ihre Selbstzweifel einsetzten.

Selbstzweifel zerstören Energie

Als sie sich daran erinnerte, dass es ja Menschen gibt, die genau diese Idee schon vor langer Zeit umgesetzt haben. Dass diese damit ewig schon auf dem Markt erfolgreich sind und dass es für sie als Newcomerin vielleicht gar keinen Platz mehr gibt. Das Strahlen in den Augen erlosch, die Energie, die eben noch so spürbar war, verwandelte sich in Angst und Unsicherheit.

Wann ist zu groß wirklich zu groß?

Und mal ganz ehrlich, wie oft geht es uns so, dass wir ein Projekt, eine Idee, eine Leidenschaft nicht weitergelebt haben, weil es uns einfach zu groß erschien? Wie oft haben wir uns die Frage gestellt, wer bin ich schon, dass ich etwas in die Welt bringen kann?

Aus meiner Sicht ist es viel spannender, die Frage einmal umzudrehen.

Wer bin ich, es nicht zu tun?

Ist nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen Impuls, für meine Inspiration, meine Idee? Und je authentischer und klarer wir in dem sind, was wir tun, umso mehr ziehen wir mit unserer Energie andere Menschen an und reißen sie vielleicht sogar mit.

Genau das war dann auch die Geburtsstunde meines Podcasts, mit denen ich die Hörer ermutige, ihre Träume in die Welt zu tragen und sich auszuprobieren.

Keine Idee und trotzdem gemacht

Ganz ehrlich: ich hatte keine Ahnung vom Podcasting und auch keine Idee, wieviel Folgen es davon geben würde. Doch ich habe „erstmal gemacht“ – so ist dann auch der Name entstanden – und nun sind schon über 100 Folgen online. Mit jeder neuen Episode habe ich mehr Freude daran, weil ich erleben kann, was sich bei den Menschen dadurch verändert.

Jana: Ich habe ja erst vor kurzem mein Warum gefunden. Schreibend und reisend möchte ich Menschen  mit achtsamer Kommunikation zum Losgehen bewegen. Liebe Yvonne, was ist dein Warum und wie hast du es gefunden?

Yvonne: Spannende Frage 🙂 Gefunden habe ich mein Warum über die Philosophie von John Strelecky. Die drei – wie ich finde – magischen Fragen in seinem Buch „Das Café am Rande der Welt“ begleiten mich seit Jahren auf meinem Weg.

Die erste Frage lautet: „Warum bist du hier“ – John nennt es den „Zweck der Existenz“.

Meine Antwort darauf lautet: „Ich bin frei, ich selbst zu sein und ermutige damit Andere, ebenfalls ihren eigenen Weg zu gehen“. Das bedeutet, dass ich in jedem Moment meines Lebens die authentischste Form meiner selbst bin, keine Rollen mehr spiele, sondern ein selbstbestimmtes und damit auch erfülltes Leben führe.

Und darüber, dass ich mir das „selbst erlaube“, bin ich auch Vorbild für andere, ihre Freiheit zu leben. Wir haben viel mehr Freiheiten als wir glauben. Vor allem Freiheit im eigenen Denken. Deswegen ist das Credo meines Coachings auch „Sei frei, du selbst zu sein!“.

Jana: Mein allerliebster Lieblingsspruch von dir ist: „Das Meer ist meine Kathedrale“. Was für eine Kraft steckt in diesem Satz. Was hältst du von Kraftorten und welche Tipps hast du für Menschen, die gerade auf der Suche sind? Nach sich selbst, einem Lebenssinn, nach Liebe.

Yvonne: Oh ja, das Meer gibt mir soviel Kraft und Energie, dass ich immer wieder dorthin zurückkehre.

Kraftorte der Welt

Tatsächlich habe ich auf meiner Weltreise im letzten Jahr viele Kraftorte besucht. Nach der Definition sind das Plätze, an denen wir Ruhe, Stärkung und sogar eine Bewußtseinserweiterung erfahren können. Für die Maoris in Neuseeland ist es zum Beispiel das wunderbare Cape Reinga hoch im Norden, wo der Pazifik und die Tasmanische See aufeinandertreffen oder für die Aborigines der Uluru, besser bekannt als Ayers Rock.

An all diesen Plätzen habe ich die Energie gespürt.

Doch die wahre Erkenntnis meiner Reise war, dass ich meinen Kraftort in mir selbst habe.

Es ist wunderbar, unterwegs zu sein, Menschen, Kulturen, Religionen kennenzulernen. Und gleichzeitig ist jede Reise im außen auch eine Reise zu dir selbst.

Um deinen inneren Frieden zu spüren, braucht es keine Reise, kein Seminar, kein Retreat.

Dieses Gefühl kommt aus deinem eigenen Herzen, es liegt an dir, innezuhalten und genau zuzuhören, was es dir sagen will. Vielleicht braucht es dazu am Anfang etwas Übung, wieder auf dein Herz, deine Intuition zu hören. Doch es lohnt sich auf jeden Fall, denn dein Kopf denkt, während dein Herz schon weiß …

Jana: Liebe Yvonne, so weise Worte, vielen vielen Dank. Hol uns bitte einmal kurz in dein Leben heute. Was machst du gerade und woran arbeitest du?

Yvonne: Liebe Jana, du hast es schon angesprochen. Uns beide verbinden viele Gemeinsamkeiten. Neben dem Schreiben und dem Reisen, auch Menschen zu inspirieren und die Liebe zur Natur.

Inspiration in der Natur

Um die beiden letzten wunderbaren Punkte geht es in meinem Projekt, das ich gerade mit Monika Breitinger vorbereite. Gemeinsam laden wir vom 18. bis 20. Oktober zu den Herbsttagen im Berchtesgadener Land ein. In einem Auszeitwochenende entführen wir die Teilnehmer auf den „Glückspfad des Lebens.“

Träumen Leben schenken, frische Luft atmen, Kraft tanken – darum geht es in unserem Auszeit-Seminar.

Ich freu mich schon sehr auf die verschiedenen Elemente des Waldbadens, des Spirit Walkes und auch den Schwerpunkten, denen wir uns dann im Studio von Monika widmen werden. Dabei geht es um das Leben in Balance mit den eigenen Werten, um die Stärken und Talente von jedem Einzelnen und darum, herauszufinden, was das eigene Herz zum Leuchten bringt und natürlich jede Menge Anregungen, wie die Themen in den Alltag integriert werden können.

Halbtagspilger und 24-Stunden Wanderer Norman Siehl im Interview

Halbtagspilger und 24-Stunden Wanderer Norman Siehl im Interview

Den Wanderer auf dem Kahn getroffen

Witzigerweise traf ich Norman Siehl nicht beim Halbtagspilgern, oder doch, eigentlich schon: Allerdings trafen wir uns nicht auf dem Paul-Gerhardt-Wanderweg, dessen feierliche Eröffnung wir mit Auftraggebern und Politikprominenz an jenem Tag zelebrierten, sondern auf einem Spreewaldkahn. Zugegeben, nach einem Stück Wanderung vom Zentrum Lübbens bis in den Spreewald, aber es war ein Kahn. Wie das so ist, kamen wir ins Plaudern – und stellten ziemlich schnell fest, dass da mehr Gemeinsames als Trennendes ist.

Ein 24-Stunden-Wanderer

Norman Siehl ist Wanderer, so wie ich. Allerdings ist er kein Halbtagswanderer. Norman Siehl wandert auch mal 24 Stunden am Stück und motiviert als Kreiswegewart des Landkreises Dahme-Spreewald auch andere Wandersleute, es ihm gleich zu tun und das schöne Brandenburg auf Schusters Rappen zu erkunden. Außerdem bringt der findige Ingenieur bei seinen Touren Rucksackboote ins Spiel, die es dem Wanderer ermöglichen, auch einmal die Welt vom See oder Fluss aus zu erkunden, wenn die Füße müde werden.

Danke für Ideen und Dankbarkeit

Eine Menge Ideen und von meiner Seite eine riesige Portion Dankbarkeit, dass ich Norman Siehl heute hier bei uns Halbtagspilgern im Interview habe.

Jana Wieduwilt: Lieber Norman Siehl, Wandern – oder, wie ich es nenne, Pilgern ist auch Ihr Lebensthema, so scheint es. Nehmen Sie uns doch gerne einmal mit: Wie kommt man dazu?

Norman Siehl: Sie haben absolut Recht, Wandern ist ein zentrales Lebens-Thema für mich geworden. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeiten als Wanderwegewart in Wildau und Kreiswegewart im Dahme-Seenland, habe ich vor Jahren eine Ausbildung zum Wanderleiter gemacht und führe als Solcher mehr oder weniger regelmäßig Wandergruppen durch unsere Region.

Wanderverein Dahme-Seenland gegründet

Außerdem haben wir in 2018 den Wanderverein Dahme-Seenland e.V. aus der Taufe gehoben, dessen Vorsitz ich inne habe. Der Wanderverein hat, natürlich mit Hilfe vieler anderer Unterstützer, die 24h – Fontanewanderung organisiert und im März durchgeführt. Um zuletzt mein geschäftliches Baby mit der in 2018 gegründeten HIKANOE GmbH zu nennen. Auch hier geht es unter anderem um Wandern.

Wandern auf dem Wasser

Wandern 2.0 wie ich es nenne, da die leichten aufblasbaren Boote, welche im Rucksack transportiert werden können, die Grenzen zwischen Wandern und Wasserwandern aufheben. Es ist ein Leichtes vom Wanderweg ins Wasser zu wechseln und natürlich wieder zurück umso die Umgebung auf und neben dem Wasser zu genießen.

Mensch im Mittelpunkt

Warum ist es dazu gekommen ist eine gute Frage. Nach dem Studium der regenerativen Energien, bin ich seit 2000 im industriellen Umfeld, vorwiegend im Mittelmanagement unterwegs gewesen. Der Aufbau von Ablauf- und Aufbauorganisationen hat mir immer viel Spaß gemacht, weil der Mensch hier im Mittelpunkt steht. Selbiges gilt für die Arbeit mit Kunden und Dienstleistern, die mich permanent in meiner Arbeitswelt begleiteten. Eigentlich möchte ich diese Zeit nicht missen (würde sie aber auch nicht noch einmal wiederholen wollen ;-)) .

Mehr Lebensqualität ist JETZT mit minimierter Gereiztheit

Aber trotzdem entschied ich mich für eine Wende. Ehrlicherweise lag es wohl an den vielen Dienstreisen, den endlosen Stunden im Flugzeug, den unbefriedigenden und teilweise sinnlosen Projekten bei massivem Druck, nicht nachzuvollziehenden Entscheidungen, mentalem Stress, Stress und nochmals Stress. Es hat übrigens Jahre gedauert, bis ich dann endlich den Sprung in die Selbständigkeit gewagt habe.

Weniger Geld aber deutlich mehr Lebensqualität waren der Lohn. Meine Kinder reflektieren mir eine deutliche Entspannung und minimierte Gereiztheit. Ich denke das ist ein hervorragendes Attest für die Richtigkeit des Schrittes.

Als Naturfreund und Dauercamper aufgewachsen

Außerdem war ich schon immer gerne in der Natur. Geprägt von meinem Elternhaus, die entweder ein Gartenhäuschen ihr Eigenen nennen konnten oder nun schon seit Jahrzehnten als Dauercamper den Sommer im Wald verbringen. Mein Vater war ein Wandersmann… sagt ein Volkslied. Wohl auch ein Grund, dass ich einer bin. Ich wandere gerne alleine aber eben auch in der Gruppe und liebe die sich ergebene Dynamik unter den teilweise fremden Wanderern. So sind schon einige gute Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Und über die gesundheitlichen Aspekte muss wohl nicht viel gesagt werden.

Jana Wieduwilt: Wo wandern Sie am liebsten?

Norman Siehl: Ich finde Brandenburg und das Dahme-Seenland ist eine hervorragende Wandergegend. Es müssen nicht immer Berge sein. Es ist mein erklärtes Ziel, unsere Region stärker als Wanderregion sichtbar zu machen.

Zertifizierer von Qualitätswegen

Als Zertifizierer von Qualitätswegen im Auftrag des Deutschen Wanderverbandes sehe ich mir Wanderwege teilweise mit einer „Bewertungsbrille“ an und ich bin mir sicher, dass auch ohne ein Zertifikat viel Qualität in unseren Wanderwegen schlummert. Als Wildauer liebe ich den Wanderweg am Dahme-Ufer auf dem auch der Fontanewanderweg und der Paul-Gerhardt-Weg verlaufen.

Sutschketal und Krummer See

Das Sutschketal und der Weg um den Krummen See sind klasse, der Uferweg am Hölzernen See ist toll, Wanderwege am und um die Pätzer Seen, die Köriser Seen … es sind einfach viele schöne Ecken zu entdecken. Oder auch die Naturparkroute in Buckow in der Märkischen Schweiz, das Schlaubetal….

Generell versuche ich mir in jeder Region, in der ich gerade bin, eine Wanderkarte zu besorgen und auch ein wenig zu wandern. Vor kurzem war ich in Salzgitter und bin erstaunt von dem hervorragenden Wanderpfad in den Höhenzügen in der Nähe der Stadt um nur ein Bsp. zu nennen.

Jana Wieduwilt: Was hat es mit den 24-Stunden-Wanderungen auf sich?

Norman Siehl: Ich wandere mit Freunden seit ein paar Jahren auf diesen 100km-Veranstaltungen, wobei wir nur 1…2 Veranstaltungen im Jahr aufsuchen. Da gibt es ganz andere Sportsfreunde, die das deutlich häufiger machen.

Glücksgefühl nach 24 Stunden Wandern

Neben dem Gruppenerlebnis und dem Erleben der Natur ist die Überwindung des inneren Schweinehundes (und der sich einstellenden Schmerzen 😉 ) sicherlich der Hauptgrund für die Teilnahme an solchen Veranstaltungen. Und das Glücksgefühl nach bestandenem Marsch ist schon einzigartig.

Die Idee für die 100-km Wanderung in 2019 auf unserem dahme-seenländischen Fontanewanderweg ist dann naheliegend gewesen und wurde in Abstimmung mit dem Tourismusverband Dahme-Seen aus der Taufe gehoben.

Jana Wieduwilt: Auch Sie haben ja das Wandern mit in Ihren Beruf integriert so wie ich es mit dem Halbtagspilgern tue. Was genau haben Wanderwege mit Ihrem Beruf zu tun?

Norman Siehl: Wie schon beschrieben, dreht sich viel um den Wanderweg. Ob geführte Touren mit und ohne Boot auf dem Rücken, ob Zertifizierung von Qualitätswegen oder Beratung von Tourismusunternehmen bei der Konzeption und Anlage von Wanderwegen und Wegenetzen, ob bei der Markierung von Wegen oder der Schulung von Wanderwegewarten – Wanderwege sind das zentrale Element meiner Arbeit.

Infrastruktur-Experte für Wanderwege

Eigentlich jedoch nur Infrastruktur für den eigentlichen Zweck des Wanderns. Natur erleben und sich mit ihr verbinden, erholen, Gesundheit stärken, genießen, Stress abbauen, zu sich und zu anderen finden um nur einige der wesentlichen Motive für das Wandern aufzuzählen.

Jana Wieduwilt: Wie kommt man als Wanderer eigentlich auf die Idee, Packrafts in die Wanderung zu integrieren?

Norman Siehl: Das liegt sicherlich an meiner direkten Umgebung. Brandenburg hat das meiste Oberflächenwasser im deutschen Vergleich und ich liebe die Abwechslung von Wald, Feld, Ortschaft und eben Wasser. Als bekennende Wander- und Wasserratte konnte ich wohl nicht anders als zufällig über diese Boote zu stolpern.

Komplett infiziert

Nachdem ich das erste Packraft getestet habe, war ich komplett infiziert. Es ist ja auch unvorstellbar sein eigenes Kajak auf dem Rücken zu tragen und nach Lust und Laune ins Wasser zu wechseln. Das geht durch neue Hightech-Materialien und Ventilarten, die das Gewicht der Boote auf unter 4 kg reduzieren und ein Aufblasen in 5 Minuten ermöglichen. Nachdem ich mit vielen Personen diese Kombitouren gemacht habe, bin ich absolut überzeugt, dass Wandern 2.0 eine reale Chance sowohl in Outdoor-Bereich als auch in Städten hat. Aber kommen sie doch einfach mal mit liebe Frau Wieduwilt und testen es selber.

Jana Wieduwilt: Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen Wandern und Pilgern? Was halten Sie vom Halbtagspilgern, so wie ich es mache und als Lebensmodell empfehle?

Norman Siehl: Ehrlicherweise habe ich mir da nie Gedanken drüber gemacht. Ich selber war noch nie Pilgern, kenne aber nicht wenige Freunde die sich auf die Suche gemacht haben. Denn das wäre Pilgern für mich, die Suche nach Erkenntnis. Allerdings muss ich beim Schreiben feststellen, dass mir das beim Wandern oftmals auch so geht.

„Vielleicht bin ich also ein Halbtagspilgerer ohne es gewusst zu haben.“

Wie auch immer, die Verbindung von Beruf (kommend von Berufung!) und der Arbeit mit Menschen in der Natur ist genau mein Weg und ich bin glücklich, den ersten Schritt gemacht zu haben.

Jana Wieduwilt: Lieber Norman Siehl, ganz ganz herzlichen Dank für Ihre tollen Impulse und ganz, ganz viel Glück auf all Ihren Wegen.

„Ich habe mich selbst gehasst“. Wie Bloggerin und Buchautorin Bettina Hielscher aus dem Tief herauskam.

"Ich habe mich selbst gehasst"- Wie Bloggerin und Buchautorin Bettina Hielscher aus dem Tief herauskam

„Bleib immer du selbst.“ Ein Interview.

Bettina Hielscher ist ein Wunder. Denn ich kenne Niemanden, der so viel Wissen zum Thema Selbstfürsorge zusammen getragen hat und das so authentisch lebt, wie sie.

Achtsamkeit und Mindset

Ich kenne auch niemanden, der so klar strukturiert das Wissen um Achtsamkeit und Mindset zusammen bringt. Es ist eine große Freude und Bereicherung, Bettina Hielscher auf ihrem Blog zu folgen und dort immer neue Impulse für ein achtsames, selbstbestimmtes Leben zu bekommen. In der Tat verbinden uns einige Dinge – und wir beide haben einen Weg gefunden, für uns selbst zu sorgen. Ich freue mich sehr, sie heute im Interview zu haben. Danke, Bettina.

Bettina: Liebe Jana, mein Dank gilt auch dir, ich freue mich sehr über deine Einladung!

Jana: Liebe Bettina, du hast auf deinem Blog so unglaublich viele Tipps, dass ich immer ganz lange lese und stöbere, wenn ich drauf gehe. Hol uns doch bitte einmal ab. Was genau hat dich bewogen, deinen Weg zu gehen, deinen Blog zu starten und vor allem, dabei zu bleiben?

Bettina: Vielen Dank für das schöne Feedback. Die Idee zum Blog entstand 2015. Ich habe schon immer gerne geschrieben, bis zu diesem Zeitpunkt vor allem Gedichte und poetische Texte, um Schmerz zu verarbeiten. Ich begann, auf Poetry Slams aufzutreten und habe den Blog „KreativGedacht“ ins Leben gerufen, um meine Sammlung an Texten dort öffentlich zu machen.

Eigene Themen im Blog

Da ich nun einen Blog hatte, habe ich nach und nach begonnen, auch über meine eigenen Themen des Lebens zu bloggen. Ich merkte, dass diese Texte über (mein) persönliches Wachstum besonders Anklang im Internet fanden und da es mir zeitgleich Freude machte, habe ich nur noch über das Thema Leben im Einklang geschrieben.

Warum Leben im Einklang? Ich habe mich früher gehasst. Ich hatte kein Selbstbewusstsein und keine innere Stabilität. Ich wollte immer so sein, wie „die Anderen“, die selbstbewussten, angesagten Leute, die ich immer bewundert habe. Ich habe mich angepasst, um zu werden wie sie und mich zugehörig zu fühlen, doch es gelang mir nicht. Äußerlich schon, aber innerlich nicht.

Vom Selbsthass zum Leben im Einklang

Dieser Selbsthass hat dazu geführt, dass ich depressiv wurde, mich körperlich verletzt und Bulimie entwickelt habe. Ich zerbrach an der großen Kluft zwischen dem, was ich war und dem, was ich sein wollte und durfte zwangsweise lernen, in Harmonie mit mir zu kommen. Das heißt mich selbst kennenlernen, anzunehmen und im Einklang mit meinen Bedürfnissen, Wünschen und Werten zu leben.

Ich stellte fest, dass je mehr ich im Einklang mit mir war, desto wohler fühlte ich mich in mir und desto selbstsicherer wurde ich im Außen. Ich habe die schlimmste Zeit meines Lebens erlebt für dich ich unendlich dankbar bin, weil sie mir gezeigt hat, welcher Weg an der Zeit ist zu gehen: Die Reise zu mir und einem Leben in liebevoller Verbundenheit mit mir. So wurde „Leben in Balance“ mein Thema.

Jana: Vielen Dank für den Einblick. Du schreibst sehr viel darüber, wie man es macht, sich selbst zu lieben. Mit der Selbstliebe, so scheint es, haben wir beide eine ganze Weile gehadert und uns selbst nicht wert-geschätzt. Ich denke, dass es dem einen oder anderen Leser meines Blogs genauso geht. Hast du einen Short-Cut-Tipp für jene, die im Tal der Tränen sind und einen liebevollen Schubs brauchen, um da raus zu kommen?

Bettina: Sich zu Beginn keine zu großen Ziele setzen. Wenn ich mich z.B. selbst hasse und zum Ziel habe, mich selbst zu lieben, ist es ein weiter Weg bis dahin, der Druck und Frust auslösen kann. Setze dir kleine Ziele, um Erfolgserlebnisse zu schaffen und die Beziehung zu dir zu stärken, denn darum geht es.

Frag dich selbst

Frage dich: Was willst du für dich erreichen? Und was kannst du ab heute tun, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen? Du willst dich selbst annehmen? Was kannst du tun, um liebevoller mit dir umzugehen? Vielleicht zu üben, liebevoller mit dir selbst zu sprechen. Anstatt dich morgens im Spiegel abzuwerten, einfach nichts (oder wenn möglich etwas Liebevolles) zu sagen? Anstatt aus Frust zu Essen, etwas zu tun, was dir wirklich guttut, wie z.B. Spazieren gehen. Beziehungsaufbau braucht Zeit. Und du baust gerade die Beziehung zu dir ganz neu auf. Erlaube dir die Zeit die es braucht und begegne dir mit Mitgefühl auf diesem Weg. Der Weg selbst ist das Ziel, weil dich der Weg zum Ziel bringt. Mit jedem Schritt Mitgefühl gelangst du näher an das Ziel der Selbstannahme.

Jana: Du weißt ja, ich war auf dem Jakobsweg, um nach vielen Jahren endlich der Trauer um meinen Vater Raum zu geben. Der Camino Francés in Spanien war ein Akt der Selbstfürsorge. Denn in mir hatte sich so viel aufgestaut. Das konnte ich los lassen und habe das Lebenskonzept des Halbtagspilgerns für Unternehmer wie mich von dort mitgebracht, um jeden Tag das Gefühl des Pilgerns leben zu können. Du bist Buchautorin, Coach, Bloggerin und vielbeschäftigt. Wie sorgst du in deinem Alltag für die tägliche Balance aus Anspannung und Entspannung? Hast du einen Tipp für meine Halbtagspilger-Leser?

Bettina: Ich meditiere jeden Morgen und in der Regel auch jeden Abend. Dadurch sorge ich für den Kontakt zu mir selbst und finde bestenfalls zur Ruhe. Den Tag über achte ich darauf, immer wieder Momente des bewussten Atmens einzubauen.

Kurze Momente der Achtsamkeit

Diese Momente brauchen nicht lang zu sein, z.B. die Arbeit für einen Moment ruhen lassen und drei tiefe Atemzüge nehmen, sich bewusst machen, wo man ist und was man tut, den Blick in die Weite richten, die Aufgabe kurz loslassen und dann wieder bewusst und ruhig weiterarbeiten. Ich achte sehr darauf, wie meine Energie ist und bemühe mich, nicht zu sehr meine Grenzen zu strapazieren, weil dann der Weg zurück in die Balance schwieriger ist. Natürlich ist das nicht immer möglich, doch die kurzen achtsamen Pausen helfen mir dabei.

Jana: Dankeschön. Hol uns doch bitte gerade für einen Moment in dein Leben. Woran arbeitest du gerade? Wo kann man dich erreichen? Was ist dein nächstes Projekt, worauf dürfen wir uns als Leser deines Blogs freuen?

Bettina: Ich arbeite gerade an der Idee für meinen ersten Online Kurs, den ich im nächsten halben Jahr veröffentlichen möchte. Unter anderem geht es auch um das Thema innere Unruhe. Wer mehr über mich und meine Themen erfahren möchte, ist herzlich eingeladen meine Webseite www.bettinahielscher.de zu besuchen, auf meinem Blog, wie Jana, zu stöbern :), sich Meditationen anhören oder Q&A-Videos ansehen.

Ganz herzlichen Dank liebe Jana für dieses schöne Gespräch und deine wunderbare Arbeit hier auf Halbtagspilgern. Mögest du viele Menschen erreichen und inspirieren.

Warum der Weg das Ziel ist und wie man den Mut findet, sein Leben zu leben wie man es leben will

Warum der Weg das Ziel ist und wie man den Mut findet, sein Leben zu leben wie man es leben will

Ein Interview mit Doris Schuppe: Auf der Suche nach dem neuen Arbeiten

Doris Schuppe ist eine moderne Halbtagspilgerin – na, vielleicht eher eine Ganztagspilgerin. Die gebürtige Kölnerin hat sich vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann entschieden: Für Sonne und gute Laune und gegen den langen deutschen Winter. Kurzerhand sind die beiden von München nach Santanyi auf Mallorca gezogen und haben den ersten Coworking-Space im Südosten Mallorca eröffnet. Eine Idee, die mir und dem Halbtagspilger-Gedanken sehr entgegen kommt.

Hier gibt es gemütliche Arbeitsplätze, Rückzugsorte, einen grünen Innenhof und ziemlich guten Kaffee. Ich würde sagen, es ist der Beste, den ich auf der Insel getrunken habe. Na und Highspeed-Internet natürlich auch.

Jana: Doris, ich durfte dich bei meiner Lesung in deinen Räumen Rayaworx www.rayaworx.eu kennenlernen. Wir hatten sofort einen Draht, der sich aus vielen Gemeinsamkeiten ergibt. Wie ich hast du lange im Bereich Presse und PR gearbeitet, bist seit Jahren selbstständig und liebst die Sonne. Ich habe allerdings immer von Deutschland aus gearbeitet. Was hat dich/euch zu der Entscheidung geführt, Deutschland Richtung Mallorca zu verlassen und warum ausgerechnet Mallorca?

Doris: In meinen Seminaren sage ich gerne: Obwohl manche Headhunter an meiner für sie unstrukturierten Berufskarriere verzweifelten, habe ich genau die Ausbildung durchlaufen, die ich inzwischen für den Job als Social Media-Dozentin brauche. Ich kenne verschiedene Schreibtischseiten in der Kommunikation, ich war Fachjournalistin, PR-Frau, Mitarbeiterin in einer MarCom-Agentur.

Vom Motorrad-Urlaub zum Umzug

Genauso war es mir plötzlich klar, warum ich seit 2009 auf der Suche nach dem neuen Arbeiten bin. Wenn nicht wir, also Rainer und ich, wer dann kann einen Coworking Space im Südosten der Insel aufmachen? 2013 waren wir im Motorradurlaub auf Mallorca, und mit löchrigem Hotel-Internet versuchte ich ein Problem meiner Website zu beheben. Wenn jetzt hier ein Coworking Space wäre…

Tja, warum eigentlich nicht!

Das Motorrad steht in München fünf Monate in der Garage; hier haben wir milde Winter, wenig Tourismus jenseits der Saison und schöne Bergstraßen – mit Meerblick!

Jana: Was hältst du vom Pilgern? Und was bedeutet Pilgern für dich?

Doris: Ich halte es schon sehr lange mit Konfuzius‘ Satz „Der Weg ist das Ziel“ in punkto Entspannung. So verstehe ich auch das Pilgern als eine Reise, bei der das Ziel unwichtig ist, bedeutsam sind die Erfahrungen auf dem Weg – mit anderen und vor allem mit sich. Motorradreisen hatten manchmal diesen Charakter, sehr oft das zunächst ziellose Erkunden einer neuen Stadt ohne ständig die Karte oder das Smartphone zu ziehen.

Gespür für den richtigen Weg

Ok, ich gebe zu, das hat mich in San Francisco unvermutet in düstere Straßenblocks gebracht. Aber auch das wiederum eine Erfahrung, wie sich das anfühlt, wenn von einer Straße zur anderen alle Fenster im Erdgeschoss der Häuser eingeworfen sind. Durch meine beruflichen Tätigkeiten in Redaktion, PR oder Projektmanagement, wo ich tagtäglich mit sehr viel Zielsetzung und Zeitmanagement zu tun hatte, entwickelte ich ein Gespür für mich erholsame Wege, bei denen ich das Ziel wenig, die möglichen Erfahrungen stärker in den Blick nehme.

Jana: Doris, du hast auch einen ganz ordentlich voll gepackten Arbeitstag und bist dennoch ziemlich entspannt. Wie findest du die passende Balance zwischen Arbeit und dem Genießen der Insel?

Doris: Das macht schon sehr viel das Umfeld aus, in dem ich hier lebe – in Palma würde das schon ganz anders aussehen. Hier in der Peripherie ist das Leben deutlich geruhsamer, außer mittwoch und samstags, wenn der Markt viele Menschen magnetisch in unser kleines Städtchen zieht.

Dem Stress gegensteuern

Weisst Du, im Bekanntenkreis haben wir einige Male miterlebt, wie jemand vom Körper die rote Stress-Karte gezeigt bekommt – spät und mit gesundheitlichen Folgen. Insofern bemühe ich mich, solche Anzeichen frühzeitig zu erkennen und bewusst gegenzusteuern. Ein Gegensteuern war vor fast 5 Jahren der Umzug nach Santanyí.

Jana: Mallorca ist sehr spirituell. Hier sind viele Energien, die ich dort gespürt habe. Hast du bestimmte Techniken, Rituale, die du meinen Lesern hier im Blog empfehlen kannst?

Doris: Wasser hat mich schon immer magisch angezogen, und ich habe immer in einer Stadt gelebt, in der ein Wasser den Ort durchzieht: in Köln der Rhein, in Marburg die Lahn, in München die Isar. Mallorca ist eine Insel ohne Flüsse – dafür mit viel blauem Meer drumherum. Als Blue Mind Person ist das für mich sehr wichtig. Dort kann ich wunderbar meditieren und ganz abschalten.

Meditation und Mantrasingen

 

Fotos: DoSchu / Rayaworx

Sehr überrascht war ich, wie mich der Stein hier im Südosten der Insel fasziniert, oder auch die uralten Steinbauten aus der Talayot-Kultur. Der Platz gegenüber dem Felsbogen an der Cala Santanyí ist daher ein wunderbarer Ort für Meditation. Die Stele „Equilibrio“ von Rolf Schaffner aus den hiesigen Steinen geformt steht mir dort quasi als Schutz im Rücken.

Hier habe ich durch die wunderbare Sängerin Shafiya das Mantrasingen kennengelernt. An solchen Plätzen ist das ein ganz anders Erlebnis als in einer Yoga-Shala. Jüngst durfte ich das wieder am Meer in Colònia Sant Jordi erleben. Da Shafiya inzwischen auf dem Festland zuhause ist, sind diese Momente seltener, aber die Mantras sind mir geblieben.

Jana: Hol uns noch mal ganz kurz ins Rayaworx nach Santanyí – in dein Leben. Wo stehst du gerade und an welchen Projekten arbeitest du?

Doris: Gerade schreibe ich in den letzten Zügen an einem Beitrag für mein Blog 2go2 Mallorca, in dem es um den Stein der Region Sananyí geht. Und einen Künstler, dem die Steine hier noch viel mehr zu sagen hatten als mir. Ein kribbeliges Gefühl, weil es so viele Kontaktpunkte gab und gibt, die verbinden. Und ich habe über Ansätze für B2B-Social Media mit unserem neuen Coworker geplaudert, der erstmalig mehr als ein Monat auf der Insel mit eingeschobenen Arbeitstagen verbringt.

Danke, liebe Doris: Wer dich erreichen will, schaut kurzerhand bei www.rayaworx.eu rein. Und wann immer du, lieber Leser, liebe Leserin auf Mallorca bist. Guck dir diesen Coworking Space an. ! Mehr Service für Halbtagspilger wie uns geht einfach nicht!

Die erste, die es wusste!

Die erste, die es wusste!

Interview mit Cornelia Heinz – Erfinderin der ErfolgsTempel-Methode für Unternehmerinnen

Es war eine Mail, die Cornelia Heinz ganz tief in mein Herz führte. Eine Mail, die so warmherzig, ehrlich und ergreifend geschrieben war, dass ich Gänsehaut bekam, als ich sie las. Ich schrieb spontan zurück, besser gesagt, es schrieb mich.

Erstes Treffen

Schnell war ein erstes Treffen verabredet. Ich erfuhr die Geschichte von Conny. Und war ein weiteres Mal tief beeindruckt. Und – unter uns gesagt – mich beeindruckt nicht so sehr viel.

Aber ich lerne unglaublich gern von klugen und inspirierenden Menschen. Schon das erste Gespräch – in dem es bei weitem nicht nur um geschäftliche Dinge, sondern auch um unsere Geschichte als Frauen, Mütter, Unternehmerinnen ging, war so voller Informationen gespickt, dass ich gar nicht anders konnte, als diese Dinge umzusetzen.

Sie wusste es als erste

Cornelia Heinz war es auch, die als erste von meinem Traum erfuhr, so viel zu reisen wie möglich, Achtsam zu sein im Alltag und trotzdem ein erfolgreiches Geschäft zu führen. Es ist jetzt so. Ich darf halbtagspilgern, du liest darüber in diesem Blog. Daher bin ich riesig froh, meine Freundin und Unternehmensberaterin Cornelia Heinz hier im Interview zu haben:

Das Interview

Jana: Conny, Du wusstest als erste von meinem Traum, mein Business von jedem Ort der Welt aus, steuern und ausüben zu können und hast die Grundlagen dazu mit deiner klugen, cleveren und einfühlsamen Beratung gelegt. Warum sollte jeder Unternehmer eine Vision haben? Warum ist das so wichtig?

Conny: In meinen Augen hat jeder Unternehmer eine Vision, sonst wäre er nicht Unternehmer, würde kein eigenes Ziel verfolgen, würde sich nicht mit seinem Business verwirklichen wollen, das heißt, für mich bedeutet, Unternehmer sein, nach seiner eigenen Vision zu leben.

Der rote Faden

Nur manchmal ist das so, dass man das einfach nicht weiß oder erst im Nachhinein den roten Faden findet, der einen zu der Vision leitet. Eine Vision ist für mich ein Leitstern, der ganz oben über deinem Unternehmen, deinem Leben steht und der dir die Orientierung gibt. Ich glaube gerade in der heutigen Zeit, in der sich alles so schnell ändert, ist es wichtig, zu wissen, wo dein Leitstern ist und wo du hinschauen musst, damit du auf deinem Weg bleibst.

Jana: Liebe Conny, immer, wenn wir uns sehen oder hören, fragst du zuerst nach dem aktuellen Stand. Wie ist dein Leben? Wo stehst du gerade? Du sagst, das machst du mit jedem deiner Klienten. Warum ist dir das so wichtig, bevor es an die harten unternehmerischen Fakten geht?

Conny: Meine allererste Coaching-Ausbildung war personenzentrierte Gesprächsführung. Dort habe ich gelernt, dass man all die Dinge, die man mitnimmt, z. B. Dinge aus dem Alltag, die gerade passiert sind, wie kleine Barrieren zwischen dem stehen, was man eigentlich gerade bearbeiten will und dem, was gerade dran ist.

Ankommen als Prinzip des Gespräches

Conny: Es ganz wichtig, anzukommen. Die Grundlagen für das Coaching baust du, indem man die kleinen Befindlichkeiten thematisiert. Meist sind sie mit einem Lächeln ganz schnell fort und man kommt dann in die Ruhe, um an den wahren Themen zu arbeiten. Und deswegen ist es mir immer wichtig zu wissen, was steht gerade an, was beschäftigt dich, was tust du gerade. Denn wenn dort etwas ist, das aktuell so wichtig ist, dass du den Kopf nicht frei hast, müssen wir da erst mal schauen. Das ist für mich Zeit- und Prioritätenmanagement.

Halbtagspilgern für Unternehmer

Jana: Ich weiß inzwischen, dass es viele, viele Menschen gibt, die auch halbtagspilgernd leben wollen, also eine gesunde Mischung aus Arbeiten, Rückzug, aus Anspannung und Schaffen und aus Abenteuer und Unterwegssein haben möchten. Das passt ja auch ein bisschen in die künftige Arbeitswelt, die sich erheblich von der Welt unterscheidet, die wir z.T. heute noch vorfinden. Was rätst du? Womit sollen diese Menschen anfangen?

Conny: Der Anfang ist immer am schwersten. Der allererste Schritt ist die Entscheidung, die du oder deine Leser treffen müssen: Ja, ich will anders sein, ich will anders leben, ich will mehr ich sein. Und mit dieser Entscheidung kommen die Lösungen.

Kuscheljacke?

Als wir zusammengesessen haben und du mir gesagt hast: „Ich kann mir das gar nicht erlauben. Was sollen den meine Kunden denken, wenn ich da in Kuscheljacke im Wohnwagen mit denen unterwegs bin, mit ihnen telefoniere?“ Und du hast dir da ganz viele Gedanken gemacht: „Was denken die über mich, denken die, dass ich nicht mehr die Expertin bin?“

Unternehmerin mit Kuscheljacke und Rucksack

Wir haben festgestellt: „Nein, es ist genau anders herum!“ Die Leute sagen: „Oh, wie cool, du kriegst das hin, du machst das!“ Und du bist in deinem Expertenstatus sogar noch gestiegen. Als erstes haben wir die Idee fixiert, wie genau du arbeiten willst. Was brauchst du, damit du so arbeiten kannst? Und wir haben dann geschaut, was du unternehmen, verändern und anpassen musst, damit du dann auch auf die Reise gehen kannst.

Ich glaube, das ist auch ein Prozess, zu entscheiden, was man mitnehmen will, welche Hindernisse es gibt. Dann räumt man diese Dinge auf und findet Lösungen. Diese sind ja heutzutage mit den digitalen Möglichkeiten sehr vielfältig und man kann losgehen.

Agile Gefühle

Jana: Bei aller Agilität. Du gehörst zu den Unternehmerinnen, die offen mit ihren Gefühlen umgehen, die immer mutiger voran gehen und auch mal Schwäche öffentlich zulassen und zugeben. Das finde ich ganz, ganz stark. Denn es macht dich authentisch. Woher nimmst du den Mut, das zu tun?

Conny: Diese Frage haut mich jetzt etwas aus den Socken, weil ich vor kurzem erzählt habe, wie es mir geht, dass es mir gerade körperlich nicht so gut geht, dass ich eine Pause, einen Rückzug brauche. Es ist natürlich im alltäglichen Bild einer toughen Unternehmerin schwierig, auch den verletzlichen Menschen zu zeigen. Ganz ehrlich: meistens ist es für mich wesentlich schwieriger und kraftraubender, eine Fassade aufrechtzuhalten und aus diesem Grund tue ich es einfach.

Mutig

Ob es dazu Mut braucht? Keine Ahnung, für mich braucht es mehr Mut und Kraft, es versteckt zu lassen. In all den Beratungen, bei denen ich mit den Kundinnen im Gespräch war, durfte ich feststellen, dass gerade die, die so stark da stehen, gleichzeitig auch sehr verletzlich sind.

Was Besonderes entsteht

Wenn man mit diesen Menschen von Mensch zu Mensch spricht und sich zeigt, entsteht so viel Neues, so viel Tolles, so viel Wärme, so viel Stärke und das macht es besonders. Vielleicht fällt es mir deswegen so einfach, das zu zeigen, weil ich es auch bei so vielen anderen Frauen, vor allem auch bei Unternehmerinnen und auch Unternehmern sehe, dass hinter dieser „Ja, ich kann alles“-Fassade ein Mensch steckt. Jeder dieser Menschen will ab und an auch mal in den Arm genommen werden und dafür muss er sich auch zeigen.

Ja, ich glaube, dass macht es aus, zu sagen, „hey ich bin Mensch“. Ich kann hier sein und es ist mein Ziel, immer mehr ich selbst zu sein und den Mut und die Kraft zu haben, als ICH sichtbar zu sein.

Jana: Liebe Conny, danke. Nimm uns doch einmal kurz mit in dein Leben. Wo stehst du gerade? An welchen Projekten arbeitest du? Und wie kann man dich erreichen?

Conny: Ja, jetzt ist ja mein neues Buch online. Wir haben ja zusammengesessen, zusammengeschrieben, seit drei Monaten ist es auch im Buchhandel erhältlich und ich bin total stolz.

Der Erfolgstempel

Es geht um den Erfolg in dem Erfolgstempel, dass eigene Business so zu bauen, dass ich mich wohl damit fühle und der Tempel mir und meinen Visionen dient. Mit dieser Botschaft möchte ich gerne rausgehen!

Es wird Lesungen geben und kleine und große Workshops dazu. Mein Ziel ist es, gerade Frauen und Unternehmerinnen sowie auch Unternehmer, die mehr „echt“ sein wollen, auf diesem Weg zu unterstützen ein Business so aufzubauen, dass es zu ihnen gehört.

Daneben passieren noch so viele tolle Sachen, die auf dem Weg entstehen, ja, ich bin total gespannt darauf, was in ein, zwei Jahren alles so passiert. Ich bin ja inzwischen auch Speakerin, stehe auf großen Bühnen, möchte gerne mal in einem Stadion auf der Bühne sein, um 20.000/30.000/50.000 Menschen zu begeistern. Das ist vielleicht einer meine größten Träume.

Pater Anselm Grün im Interview

Pater Anselm Grün im Interview

„Versäume nicht dein Leben“

Pater Anselm Grün, wer kennt ihn nicht? Der Benediktinermönch ist spiritueller Begleiter, Coach, war viele Jahrzehnte wirtschaftlicher Leiter der Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg und hat über 14 Millionen Menschen mit seinen Büchern erreicht. Er ist mein großes Vorbild und ich bin sehr, sehr dankbar, dass er sich die Zeit genommen hat, mir dieses Interview zu gewähren.

Jana Wieduwilt: Pater Anselm Grün, vielen Dank, dass Sie meine Leser mit Ihren Impulsen bereichern. Gestatten Sie mir für den Anfang die Frage, wie es Ihnen geht? Sie sind genauso alt, wie mein Vater heute wäre, der leider vor 30 Jahren jung verstarb. Ganz banal: Was hält Sie jung? Ist es Ihre Mission, die Sie hier auf Erden haben?

Pater Anselm Grün: Es geht mir gut. Was mich jung hält, ist sicher einerseits das tägliche Leben als Mönch. Täglich habe ich als Mönch die Zeit zum Meditieren und zum gemeinsamen Chorgebet und zur Liturgie. Und mich hält meine Aufgabe jung. Ich spüre, dass ich die Menschen mit meinen Worten erreichen kann. Und die gute Reaktion der Menschen gibt mir selbst Energie, weiter zu machen.

Jana Wieduwilt: Vielen Dank. Ich habe das Halbtagspilgern als Hilfe für mich entwickelt, auch im durchaus anspruchsvollen Alltag als Unternehmerin, Mutter, Freundin, Tante, Tochter und so weiter zu mir zu finden.

Zeit in der Natur – Kraftquelle

Daher nehme ich mir nahezu täglich die Zeit, in der Natur zu sein. Gott und seine Schöpfung, Begegnungen mit anderen Menschen und solche Gespräche wie diese hier, sind meine Kraftgeber. Woher bekommen Sie die Inspiration zu Ihren Büchern, Predigten und Impulsen? Sie reisen nach wie vor viel. Sind ganz unglaublich viel unterwegs. Was ist Ihre Kraftquelle?

Pater Anselm Grün: Die Inspiration zu meinen Büchern bekomme ich durch Gespräche mit den Menschen. Ich versuche, in den Büchern immer auf ihre Fragen zu antworten. In den Büchern kann ich länger darüber nachdenken, was ich den Menschen auf ihre  Fragen und Sehnsüchte antworten könnte. Andere Impulse sind das eigene Nachdenken. Ich frage mich, was mir dieser Bibeltext sagen möchte, und wie ich ihn für mich selbst und für die Menschen auslegen könnte,so dass ich und die Menschen ihn verstehen und davon berührt werden. Meine Kraftquelle ist die innere Quelle auf dem Grund meiner Seele. Es ist die Quelle des Heiligen Geistes, die nie versiegt, weil sie göttlich ist.

Jana Wieduwilt: Immer wieder sagen Sie: „Versäume nicht dein Leben“. Was raten Sie denjenigen, die immer auf den besten Moment warten, die immer wieder ihren Lebenstraum oder auch ihre Lebensaufgabe zurückstellen – bis zur Rente, zur nächsten Gehaltserhöhung, bis zum nächsten Monat?

Pater Anselm Grün: Es geht darum, ganz im Augenblick zu leben. Wenn ich mich auf dieses Gespräch jetzt einlasse, dann versäume ich mein Leben nicht. Ich soll nicht ständig an die Zukunft denken, sondern ganz im Augenblick sein. Dann wird jeder Augenblick zu intensivem Leben und Erleben.

Jana Wieduwilt: Wie finden die Menschen wieder zu ihrer wahren Essenz? Zu dem hellen Licht in sich selbst?

Pater Anselm Grün: Die Menschen müssen sich zuerst befreien von den Illusionen, die sie sich über sich gemacht haben, von zu großen Selbstbildern, als ob sie immer perfekt oder erfolgreich sein müssten. Dann sollten sie in die Stille gehen, durch alle Emotionen und Gedanken, die in uns auftauchen, hindurchgehen in den Grund der Seele. Dort ist in jedem von uns ein Raum der Stille.

Stille auf dem Weg zur Übereinstimmung

In diesem Raum der Stille können die Urteile der Menschen und unsere eigenen Bewertungen nicht vordringen. Dort sind wir ganz wir selbst. Dort erahnen wir, was das wahre Selbst ist. Wir können dieses wahre Selbst nicht beschreiben. Aber wenn wir in der Stille mit uns eins sind, mit uns übereinstimmen, dann dürfen wir vertrauen, dass wir mit dem wahren Selbst in Berührung sind.

Jana Wieduwilt: Woran arbeiten Sie gerade? Worauf dürfen wir uns als nächstes von Ihnen freuen?

Pater Anselm Grün: Zusammen mit einem Psychoanalytiker lege ich gerade einige Texte aus dem Alten Testament aus, damit wir sie heute besser verstehen. Und außerdem mache ich mir gerade Gedanken zum Thema Macht. Wie gehen wir gut mit Macht um? Was sind die Gefahren, wenn wir Macht haben? Welche Machtspiele spielen wir auch im Alltag miteinander? Und wie kann Macht heilsam werden?

Jana Wieduwilt: Vielen, vielen Dank, verehrter Pater Anselm Grün. Weitere Informationen über Sie und Ihre Arbeit, können die Leser meines Blogs hier unter www.anselm-gruen.de finden.

Mein Mentor und Freund

Mein Mentor und Freund

Was tun bei unterschiedlichen Temperamenten?

Heute gibt es ein ganz besonderes Interview. Ich habe mich lange bemüht, diesen Menschen hier ins (öffentliche) Gespräch zu bekommen. Ich weiß, dass er Halbtagspilger der ersten Stunde ist.

Willkommen im Club, lieber Jörg Strohmeyer.

(Für die Uneingeweihten unter uns: Das ist Jörg, mein Mann. Der, der im Warum-Buch auch mitspielt, ich sag da nur: “Alleskleber”.) Auch deshalb bin ich unendlich dankbar, erstens für dieses Interview, bei dem ich tatsächlich meinen Mann noch ein bisschen besser kennen gelernt habe. Und zweitens: Für den Fels in der Brandung, den Retter in der Not (Alleskleber uvm.:)) und den unglaublichen Rückenhalt.

Jana Wieduwilt: Lieber Jörg, du bist ein echter Halbtagspilger. Was bedeutet Halbtagspilgern für dich?

Jörg Strohmeyer: Entspannung, Entschleunigung. Halbtagspilgern ist, Zeit zu haben, Dinge zu tun, die man gerne macht, dazu gehört auch das, was andere Arbeit nennen. Halbtagspilgern ist für mich auch: Neues zu lernen, Neues zu erfahren und Neues zu schmecken.

Jana Wieduwilt: Ich habe tausend neue Ideen (pro Minute), habe ganz viel Energie und habe mir sagen lassen, dass es weder für Halbtagspilger noch für andere Menschen ganz einfach ist, mit diesem Tatendrang zurecht zu kommen. Wie machst du das?

Jörg Strohmeyer: Ganz einfach: An den richtigen Stellen ignorieren. Sanft bremsen, wenn es zu schnell geht.

Jana Wieduwilt: Was würdest du anderen Menschen raten, die ein ähnliches Energiebündel zu verkraften haben?

Jörg Strohmeyer: Der Gegenpol sein. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Jana Wieduwilt: Was ist dein Warum?

Jörg Strohmeyer: Ach, Schatz…

Jana Wieduwilt: Was ist dein Tipp, wenn die Kacke richtig am Dampfen ist. In einer verfahrenen Situation. Was ist da zu tun?

Jörg Strohmeyer: Ruhe bewahren. Schock bekämpfen. Ziele sichern.

Jana Wieduwilt: Wer ist dein größtes Vorbild?

Jörg Strohmeyer: Albert Einstein. Er hat die Welt revolutioniert und ist mutig auf seine Ziele losgegangen.
Und Steve Jobs. Auch er hat eine große Vision gehabt und in die Tat umgesetzt.

Jana Wieduwilt: Wie kann man denn beim Halbtagspilgern die Welt revolutionieren?

Jörg Strohmeyer: Wenn man eine Idee findet, die stark genug ist, kann man alles schaffen.

Jana Wieduwilt: Wobei vergisst du die Zeit?

Jörg Strohmeyer: Auto fahren, Sport machen, Kochen, Spiel mit dem Hund.

Jana: Danke. Mein Lieber.
Jörg: Bitte, gern geschehen.